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Für Euch gelesen

20.10.2011

Menschen mit Behinderungen müssen Fernbusse nutzen können.

Berlin (kobinet) Der Beauftragte der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen hat heute in einer Pressemitteilung einen barrierefreien Fernbusverkehr gefordert. Hubert Hüppe hatte zuvor Vertreter des Deutschen Behindertenrats, des Bundesverkehrsministeriums, des Bundesverbandes Deutscher Omnibusunternehmer und des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen zu einem Gespräch zu dieser Thematik eingeladen. Hintergrund sind Diskussionen um Änderungen zum Personenbeförderungsgesetz und Vorgaben zur barrierefreien Mobilität, die aus der UN-Behindertenrechtskonvention und der EU-Verordnung Nr. 181/2011 folgen.

„Es ist zunächst einmal gut, dass die Beteiligten sich zur Bedeutung von barrierefreien Fernbussen austauschen konnten. Deutlich wurde, dass dies als wichtiger Impuls für die Fortsetzung solcher Gespräche angesehen wird. Ich erhoffe mir jetzt natürlich konkrete weitere Schritte. Menschen mit Behinderungen wollen genauso wie andere Fahrgäste davon profitieren, wenn es nach der vorgesehenen Liberalisierung beim Fernbuslinienverkehr zu einer Ausweitung des Angebotes kommt“, so Hüppe.

Einigkeit bestand hinsichtlich des Ziels, den Fernbusverkehr barrierefrei zu gestalten. Die Verbände der Verkehrsunternehmen legten zudem Wert darauf, dass die Finanzierbarkeit notwendiger Maßnahmen berücksichtigt wird. Die Meinungen gingen allerdings bei der Frage auseinander, wie die dafür erforderlichen Rahmenbedingungen zu gestalten sind, da hier z.B. auch Anforderungen an die Konstruktion von Omnibussen gestellt werden müssen.

Die Verbände der Verkehrsunternehmen und das Bundesverkehrsministerium betonten dabei die Bedeutung europaweit einheitlicher Standards für den Fernbuslinienverkehr als Voraussetzung für wirksame Vorgaben in Deutschland. Von Seiten des Behindertenrats wurde hervorgehoben, dass behinderte Menschen sofortige und eindeutige gesetzliche Regelungen erwarten, die ihnen die barrierefreie Nutzung von Fernbussen ermöglichen.

Im Gespräch wurde nach Ansicht Hüppes deutlich, dass alle Anwesenden bereit sind, gemeinsam an Lösungen für einen barrierefreien Fernbusverkehr zu arbeiten. „Diese Arbeiten sollten schnellstmöglich aufgenommen werden, denn schließlich verpflichtet Artikel 9 der UN-Behindertenrechtskonvention Deutschland, aber auch die Europäische Union für ihre Verantwortungsbereiche, den barrierefreien Zugang zu Transportmitteln zu gewährleisten. Wichtig ist, den Arbeiten eine konkrete Grundlage zu geben mit eindeutigen politischen Signalen“, erklärte der Beauftragte. sch



19.10.2011

Offener Brief an den Bundestagspräsidenten.

Berlin (kobinet) Die Bundesarbeitsgemeinschaft Behindertenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen hat in einem offenen Brief an Bundestagspräsident Norbert Lammert gegen die Entscheidung protestiert, die Veranstaltung "Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag" in diesem Jahr ausfallen zu lassen und auf das nächste Jahr zu verschieben sowie gleichzeitig die Zusammensetzung der Teilnehmenden signifikant zu verändern. Nachfolgend dokumentiert kobinet heute den Wortlaut des Briefes. sch

Sehr geehrter Bundestagspräsident Norbert Lammert,

in den letzten Tagen erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Veranstaltung Menschen mit Behinderungen im Deutschen Bundestag am 2. und 3. Dezember in Berlin einen Brief mit der Ausladung und der Ankündigung, dass eine solche Veranstaltung erneut für 2012 geplant werde. Zu den Ausgeladenen gehörten einige Mitglieder der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Behindertenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen. Wir wollen mit diesem Brief gegen die Entscheidung protestieren, die Veranstaltung in diesem Jahr ausfallen zu lassen und auf das nächste Jahr zu verschieben sowie gleichzeitig die Zusammensetzung der Teilnehmenden signifikant zu verändern. Die Absage der Veranstaltung bedeutet für etliche Betroffene zudem, dass sie vor Organisationsprobleme gestellt wurden, die bei einer besseren Planung sicher vermeidbar gewesen wären.

Fast drei Jahre nach Inkrafttreten der UN-Behindertenrechtskonvention war eine solche Veranstaltung überfällig, in der wir als Experten und Expertinnen in eigener Sache zu Wort kommen können. Nicht zuletzt der im Sommer vorgelegte Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention hat wieder einmal gezeigt, dass die derzeitige Regierung diesen Dialog mit Menschen mit Behinderungen dringend braucht. Denn die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention erfordert ambitionierte Maßnahmen und Veränderungen in den bestehenden Bundesgesetzen.

Angesichts der Debatten im Bundestag aus jüngerer Vergangenheit wie um die Integrationsfachdienste, die Präimplantationsdiagnostik und die behinderungskompensierenden Technologien am Arbeitsplatz bietet sich auch den Abgeordneten eine gute Möglichkeit für einen breiten Dialog mit behinderten Menschen. Wir sind überzeugt, dass auch dieser wichtige Dialog nicht aufgeschoben werden darf.

Es empört uns daher, dass die Veranstaltung an baulichen oder sicherheitstechnischen Bestimmungen scheitert. Damit werden wir einmal mehr offen diskriminiert, weil bestehende Strukturen für einen Mainstream geschaffen wurden und nicht die nötige Vielfalt in der Gesellschaft berücksichtigt. Ein solches Scheitern zeigt, was durch die UN-Behindertenrechtskonvention endlich beendet werden soll: Nicht die Menschen, sondern die Strukturen müssen sich verändern. In diesem Sinne erwarten wir Mitglieder der BAG Behindertenpolitik, dass die Debatten um die UN-Behindertenrechtskonvention und den Gedanken der Inklusion zu Veränderungen der bestehenden Gesetze und Bestimmungen führen werden.

Wir fordern, dass künftig in den ersten Veranstaltungskonzeptionen an die entsprechenden Anpassungen gedacht wird, damit behinderte Menschen uneingeschränkt an Veranstaltungen teilnehmen können, niemand ausgeladen werden muss oder ganze Veranstaltungen ausfallen und in einem veränderten Rahmen stattfinden müssen. Eine Veränderung der Teilnehmendenzahl bedeutet, dass bestimmte Menschen mit Behinderungen aufgrund ihres Seins ausgeschlossen werden. Wir halten es für unabdingbar, dass alle Aktivisten und Aktivistinnen der Behindertenszene, die gerne zu dieser Veranstaltung kommen wollen, auch die Möglichkeit erhalten sich in die Debatten einzubringen.

Für die BAG Behindertenpolitik von Bündnis 90/Die Grünen
Mit barrierefreien Grüßen
Ulrike Bürgel und Andreas Jürgens




21.03.2011

Behindertenbeirat stellt sich vor.

Seit August letzten Jahres gibt es in der Verbandsgemeinde Nieder-Olm einen Behindertenbeirat. Dieser stellt sich nun in den einzelnen Gemeinden mit Sprechstunden vor, wobei heute in Essenheim von 17:30 bis 19:00 Uhr in der alten Schule, Straße der Champagne 6, der Anfang gemacht wird.

Der Behindertenbeirat der Verbandsgemeinde Nieder-Olm besteht aus acht Einwohnerinnen und Einwohnern sowie sieben Vertretern unterschiedlicher Organisationen, beispielsweise der Nieder-Ramstädter Diakonie. Der Behindertenbeirat befasst sich mit vielfältigen Themen wie zum Beispiel der Barrierefreiheit oder auch der Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. "Wir wollen aber auch den Einwohnern der Verbandsgemeinde für ihre Anliegen zur Verfügung stehen", so die Vorsitzende Gracia Schade. "Daher bieten wir in den unterschiedlichen Gemeinden Sprechstunden an.

Nach dem heutigen Auftakt in Essenheim geht es am 5. April nach Stadecken, wo die Sprechstunde im Raatssaal stattfindet. Weiter geht es dann am 18. April in Ober-Olm im Rathaus und am 9. Mai in Nieder-Olm ebenfalls im Rathaus. Die Sprechzeiten sind dann jeweils von 17:00 bis 18:30 Uhr. cm