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Zanardi startet beim New York Marathon

von Britta Weddige       06. Oktober 2007 - 11:29 Uhr
 
(Motorsport-Total.com) - WTCC-Pilot Alex Zanardi stellt sich einer neuen sportlichen Herausforderung: Der BMW Pilot wird am 4. November beim New York Marathon, der größten Marathon-Veranstaltung der Welt antreten. Zanardi, der bei seinem schweren Unfall am Lausitzring beide Beine verloren hat, wird die über 42 Kilometer lange Strecke in einem Handrollstuhl absolvieren.

Durch seine Erfolge im Motorsport macht der Italiener vielen anderen Körperbehinderten Mut. "Ich bin wirklich stolz, dass man mich häufig quasi als Referenzpunkt benutzt. Da ich mit Erfolg in einem sehr populären Sport antrete, sehen Menschen mit einem ähnlichen Handicap, dass so etwas auch für sie selbst möglich ist", erklärte Zanardi dazu.
 


25.07.2007 - 09:20

Blinde Frau kämpft in Bayern um Referendariat


München (kobinet) Dass die Diskriminierung behinderter Menschen in Deutschland noch längst nicht Geschichte ist, sondern die Gegenwart dominiert, erlebt derzeit eine blinde Frau, die in München dafür streitet, ihr Referendariat als Lehrerin an einem Gymnasium absolvieren zu dürfen. Dies wird ihr vom Freistaat Bayern verwehrt.

Wie der Münchner Merkur in seiner gestrigen Online-Ausgabe berichtet, verwehrt der Freistaat Bayern einer jungen Frau den Vorbereitungsdienst an Gymnasien. Der Grund sei: "Blinde könnten diesen Beruf nicht meistern." Die 31 Jahre alte blinde Münchnerin Bettina Koletnig klagt dem Bericht zufolge vor dem Verwaltungsgericht darum, als Lehramtsreferendarin an Gymnasien zugelassen zu werden. Bis jetzt habe die junge Frau ihr Studium erfolgreich absolviert. Doch um es abschließen zu können, brauche sie den Vorbereitungsdienst.

Der Auffassung des Freistaats, dass eine Blinde mit diesem Beruf überfordert sei, trat das Gericht gestern entgegen und kündigte an, die Münchnerin zum Referendariat zuzulassen. Immerhin könne man nicht ausschließen, dass sie dieses mit Erfolg bestehe. Der Freistaat wird wohl in Berufung gehen und den Fall in der nächsten Instanz noch einmal prüfen lassen, schreibt der Münchner Merkur.

Vonseiten des Netzwerk Artikel 3 hagelte es angesichts des Verhaltens des Freistaates Bayern heftige Kritik. "Es darf doch nicht wahr sein, dass wir wieder ins Mittelalter der Behindertenpolitik zurückfallen", erklärte Ottmar Miles-Paul vom Netzwerk Artikel 3. "Der Freistaat Bayern verhält sich hier so als gäbe es kein Gleichstellungsgesetz oder ein Allgemeines Gleichbehandlungsgesetz. Das ist schlichtweg eine Schande, geschweige denn die Signalwirkung, die das Land damit ausstrahlt. Blinde Menschen könnten sehr wohl ein Lehramt ausüben und die Zeit, dass dies lediglich aufgrund einer Blindheit ständig nachgewiesen werden muss, ist vorbei", so Ottmar Miles-Paul. elba 



17.07.2007 - 00:02

Wir müssen leider draußen bleiben.



Frankfurt am Main (kobinet) In fünf Wochen beginnt in Hessen das neue Schuljahr. Viele Erstklässler wissen bis heute nicht, in welche Schule sie dann gehen werden: Sie haben wegen einer Behinderung einen sonderpädagogischen Förderbedarf, ihre Eltern haben von ihrem Recht Gebrauch gemacht, als Ort dieser Unterstützung die ganz normale Grundschule zu wählen. Darauf weist die Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen Hessen in einer Pressemitteilung hin.

"Dieses Wahlrecht steht seit 1991 im Hessischen Schulgesetz, war aber von Anfang an daran geknüpft, ob an der Grundschule Sonderpädagogenstunden zur Verfügung gestellt werden können. Für ganz Hessen gibt es dafür zurzeit 522 Stellen für alle Jahrgänge. Das reicht bei Weitem nicht aus, um alle Kinder, deren Eltern einen Antrag stellen, auch zu integrieren. Also muss in jedem Jahr in einem langwierigen, für Eltern schwer durchschaubaren und entwürdigenden Verfahren, entschieden werden, welche Kinder in den Genuss einer Förderung in der Regelschule kommen und welche nicht. Entwürdigend deshalb, weil Eltern in eine Bittstellerposition geraten und der Eindruck entsteht, dass Kinder irgendwelche Anforderungen erfüllen müssen, um integriert werden zu können", so die Stellungnahme der Landesarbeitsgemeinschaft.

Zudem werde die Personaldecke in jedem Jahr kürzer, denn seit 1996 sei der Pool nicht gewachsen, die Zahl der Kinder mit sonderpädagogischem Förderbedarf in Hessen aber um 33 Prozent gestiegen. "Im Gegenteil: Obwohl klar ist, dass der Bedarf größer als das Angebot ist, hat das Hessische Kultusministerium den Pool in den letzten drei Jahren um dreißig Stellen von 552 auf 522 heruntergefahren. Das reicht gerade um 10 Prozent aller Kinder mit Behinderungen zu integrieren - meistens solche mit geringem Förderbedarf. Kinder mit schwereren Beeinträchtigungen werden immer seltener berücksichtigt", so die Kritik der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam Leben - gemeinsam lernen Hessen.

Was Eltern besonders aufbringt: Immer noch wird die Förderung in Sonderschulen im Beratungsprozess als per se besser für ein Kind mit Behinderung dargestellt. Ein wissenschaftlicher Beleg für diese Behauptung steht derzeit noch aus. Dagegen wurden Projekte zum Gemeinsamen Unterricht intensiv beforscht und die positive Entwicklung aller beteiligten Kinder belegt - sowohl was Schulleistungen als auch was das Sozialverhalten betrifft. "Kinder mit Behinderungen, die Sonderschulen besuchen, werden aus ihrem nachbarschaftlichen Umfeld gerissen, müssen oft weite Strecken in die Schule transportiert werden. Dass Kinder nicht mehr voneinander und miteinander lernen können, dass Kinder mit und ohne Behinderungen einander entfremdet werden, sodass sie im Erwachsenenleben Schwierigkeiten haben, miteinander umzugehen, wird billigend in Kauf genommen. Dabei gibt es in anderen Feldern längst ein Umdenken: Weg von einer bevormundenden und ausgrenzenden Versorgung hin zur gleichberechtigten Teilhabe von Menschen mit Behinderungen an allen gesellschaftlichen Bereichen. An der hessischen Schulpolitik scheint diese Entwicklung spurlos vorübergegangen zu sein", so die Kritik der Eltern.

Immer wieder werde mit den hohen Kosten einer gemeinsamen Beschulung argumentiert und damit die Verknappung gerechtfertigt. Dabei habe eine Untersuchung aus dem Jahre 2003 zutage gefördert, dass Integration keineswegs teurer ist, wenn man denn alle Kosten der Beschulung in Regel- und Sonderschulen vergleicht. "Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden." - So steht es seit 1994 im Grundgesetz. Aus Sicht der Landesarbeitsgemeinschaft Gemeinsam leben - gemeinsam lernen Hessen gibt es nur einen Weg, dem in Sachen Schule gerecht zu werden: ein echtes Elternwahlrecht ohne Ressourcenvorbehalt. omp 



14.02.2007

Düsseldorf (kobinet) Die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Sozialverband VdK wollen die elf Versorgungsämter für die 2,3 Millionen Menschen mit Behinderung in Nordrhein-Westfalen in "der bewährten Grundstruktur erhalten". In einer gemeinsamen Erklärung warnen ver.di und der VdK vor einem erheblichen Qualitätsverlust bei einer Aufsplittung der Aufgaben auf Kreise und kreisfreie Städte, wie es die Landesregierung plant. Die Zerschlagung der vorhandenen Kompetenzteams bedeute eine krasse Benachteiligung der Menschen mit Behinderung. "Ortsnähe ist nicht gleich Bürgernähe", heißt es in der Erklärung.

Insbesondere die einheitliche Spezialausbildung sowie die Fortbildung der rund 800 betroffenen Beschäftigten ist nach den Plänen des Innenministeriums nicht mehr garantiert. Im Fachbereich des ärztlichen Dienstes würde die Fachkoordination, das Qualitätsmanagement und die Schulung der niedergelassenen Ärzte als Außengutachter verloren gehen. Eine darüber hinaus fehlende einheitliche Rechtsanwendung führe zu mehr Widersprüchen und Klagen, befürchten ver.di und VdK. Zu diesen neuen finanziellen Belastungen komme die Tatsache, dass die Kreise und kreisfreien Städte das vorhandene erfahrene Personal nur in Ausnahmefällen übernehmen wollen. Die Beschäftigten mit ihren Spezialkenntnissen will das Innenministerium in einer landeseigenen Beschäftigungsgesellschaft unterbringen.

Als "tragbaren Kompromiss" sowohl für die Menschen mit Behinderung als auch für die Beschäftigten sehen ver.di und der Sozialverband VdK eine Übertragung der Aufgaben mit vollständigem Personalübergang auf die Landschaftsverbände. Dies erhalte die Kompetenzstrukturen der Versorgungsämter und sichere eine bürgernahe und effektive Unterstützung der 2,3 Millionen betroffenen Menschen in NRW. omp

( Quelle: kobinet-Nachrichten )


Revolte im Rollstuhl

15.01.2007

Von kobinet-Korrespondent Franz Schmahl

Berlin (kobinet) Der Berliner Spontanzusammenschluss "Mobilität für Behinderte" feiert am 19. Januar 20. Geburtstag. Zur Fete wird auch die Journalistin erwartet, die über die Blockade nicht barrierefreier Doppelstockbusse auf dem Kurfürstendamm am Adenauerplatz vor 20 Jahren berichtete. "Revolte im Rollstuhl", hatte Birgit Loff ihren Artikel für das Berliner Stadtmagazin tip überschrieben. Er wurde zusammen mit dem Foto veröffentlicht, das später zum Markenzeichen der Spontis und ihres monatlichen Rundbriefs werden sollte. Ursula Lehmann hat die Adresse der freien Journalistin aufgespürt und sie zur Jubiläumsfeier im Nachbarschaftshaus Prinzenallee 58 eingeladen.

Die Selbsthilfeinitiative, die nie öffentliche Gelder zur Projektförderung in Anspruch genommen hat und auch nicht mit einer Vereinsgründung Spenden für den gemeinnützigen Zweck einholen wollte, erreichte mit ihren Aktionen nicht wenig für die barrierefreie Ausgestaltung der Stadt. Mit dem Einsatz moderner Niederflurtechnik konnten die Berliner Verkehrsbetriebe bei Bus und Bahn die Mobilität behinderter Menschen wesentlich verbessern, auch wenn der noch als Telebus bekannte Sonderfahrdienst unverzichtbar bleiben wird. Kürzungen beim Telebus hatten 1987 zum spontanen Treffen der Betroffenen am 19. und dann zur legendären Demo am 23. Januar geführt.

Glaubst du denn, "damit könnt ihr was erreichen", wurde eine der Demonstrantinnen damals von einem empörten verhinderten Fahrgast bei der Busblockade am Adenauerplatz beschimpft. "Wir mussten Busse blockieren, uns anbinden an die Busse zur 750-Jahrfeier und erst dann hat man uns für voll genommen", schrieb sie für eine rund 40-seitige kleine Jubiläumsbroschüre.

Später gab es einen Wettbewerb mit den radikalen Rollis um Harald Reutershahn in Frankfurt am Main bei einem behördlich nicht genehmigten Rampenbau, zu dem mit Zementeimer und Schaufel angerollt wurde. Heute ist einer der Spontis von damals Landesbeauftragter für die Belange behinderter Menschen. Martin Marquard sieht Berlin auf einem guten Weg bei der Überwindung noch vorhandener Barrieren.

Nach den Worten seiner Dienstherrin, der Senatorin Heidi Knake-Werner (Linkspartei.PDS), soll Mobilität das Markenzeichen der neugebildeten Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales werden (kobinet 30.12.06). "Davon haben wir noch nichts gespürt. Probleme mit dem Sonderfahrdienst wurden von uns vorgetragen und bisher nicht gelöst", so Uschi Lehmann gegenüber kobinet. Nach einem Beschluss des Sponti-Plenums sei auf eine Einladung der Senatorin zur Geburtstagsfeier verzichtet worden.
 


( Quelle: kobinet-Nachrichten )




Deutscher Behindertensportverband (DBS) e.V.
National Paralympic Committee (NPC) Germany


Paralympics 2006 via Web-TV
(FTH) Die Winterparalympics 2006 markieren ein neues Level der TV-Übertragung des paralympischen Sports. Zum ersten Mal können über Internet alle Wettkämpfe weltweit verfolgt werden. Unter www.paralympicsport.tv bietet das International Paralympic Committee (IPC) den Zuschauern die Möglichkeit, Live-Übertragungen der Paralympics vom 10. bis 19. März kostenlos via Internet zu verfolgen und 24 Stunden am Tag Reportagen aus Turin abzurufen. Bereits ab dem 20. Februar werden Videos der vorherigen Spiele gezeigt.

DBS-Athleten beim "Ball des Sports 2006"
(FTH) Die DBS-Sportlerin des Jahres, Schwimm-Weltrekordlerin Kirsten Bruhn, der DBS-Sportler des Jahres, Rad-Weltrekordler, Europameister und Laureus-Botschafter Michael Teuber sowie Dressurreiterin Bettina Eistel, Leichtathlet Matthias Schröder und Siztvolleyballer Jürgen Schrapp waren am 4. Februar Ehrengäste auf dem "Ball des Sports 2006". Wichtige Mission der DBS-Spitzensportler war es, den paralympischen Sport bei diesem hochkarätigen gesellschaftlichen Event der Deutschen Sporthilfe, die auch die DBS-Sportler fördert, zu repräsentieren. Auch DBS-Präsident Karl Hermann Haack war unter den Ballgästen. Sportler und Präsident konnten sich einig sein: Der paralympische Sport hat einen weiteren Schritt ins Bewusstsein der Öffentlichkeit vollzogen. So waren Kirsten Bruhn und Michael Teuber im Ball-Almanach mit Beiträgen an prominenter Stelle vertreten und wurden vom Vorstandsvorsitzenden der Stiftung Deutsche Sporthilfe, Hans Wilhelm Gäb, in seiner Eröffnungsrede persönlich begrüßt.

Aktuelles im Anti-Doping Bereich
(JM) Seit dem 01. Januar gilt die aktualisierte Verbotsliste der World Anti-Doping Agency (WADA). Änderungen und die unter Verbot stehenden Medikationen sind im Internet den Homepages der WADA (www.wada-ama.org) bzw. der Nationalen Anti-Doping Agentur NADA (www.nada-bonn.de) einzusehen. Mit den erwarteten Aktualisierungen des NADA-Codes werden die Neuerungen auch auf der Homepage des DBS (www.dbs-npc.de) eingegeben und die Abteilungen/Fachbereiche informiert.


Von Null auf 42 - Mythos Marathonb und ihre Helden


Marathon ohne Augenlicht
Marla Runyan

Marla Runyan (Quelle: dpa)
New-York-Marathon


Den New York Marathon wollte die fast blinde Runyan in 2:28 Stunden laufen. Das Ziel erreichte sie in einer Zeit von 2:27:10 und landete damit auf dem fünften Platz.
Der weltberühmte Marathon von New York hatte seine große menschliche Story.

Zum ersten Mal starteten die Elite-Frauen 35 Minuten vor den Männern.

Das unübersichtliche Gedränge am Start hätte der fast blinden Läuferin Probleme bereiten können.
Durch den zeitversetzten Start aber wurde das Hauptfeld der Läufer entzerrt. Wichtig auch für den Radfahrer, der hinter Runyan fuhr. Er wurde extra für sie abgestellt. Mehr Hilfeleistungen gab es nicht.

Seit ihrem zehnten Lebensjahr leidet die Amerikanerin an der unheilbaren Stargardt-Krankheit. Das Einzige, was sie sieht, sind mehr oder weniger nur die äußeren Bereiche ihres Blickfelds und die auch nur ungenau.
Eine Ziellinie hat sie noch nie gesehen. Trotzdem wurde Runyan Olympia-Achte über 1500 Meter.

Vom Siebenkampf zum Marathon

Vor dem Laufen steckte Runyan all ihre Energie in den Behindertensport und in den Siebenkampf.
Beim Hochsprung erkannte sie die Latte immer erst einen Meter vor dem Absprung. Sie schaffte, was wenige für möglich hielten, 1,80 Meter.
Bei der 100 Meter Hürdenstreckte trainierte sie sich den Rhythmus an. Sie wurde so gut, dass sie ihr Glück im Laufen versuchte.

Quelle: Internetseite des SWR.de vom 21.01.2004